Urinstein am türkischen Pavillon

Ist es denn die Möglichkeit? Der Prinz von Hannover pinkelt in Hannover und dann auch noch auf der EXPO, die ja eh schon einen schweren Stand hat, vor den Augen verwunderter Schulkinder und letzten Endes auch vor denen der Weltbevölkerung an den türkischen Pavillon.

Autsch! Hätte er nicht lieber bei den Finnen oder irgendeinem anderen nicht mit Deutschland im ewigen moralischen Konflikt stehenden Volk seine Marke setzen können? Prügelprinz, Pinkelprinz, Monegassenpimperer – was hat man nicht alles schon für tolldreiste Bezeichnungen für den eigentlich unheimlich knuffigen Macho alter Klasse erfunden?
Dabei ist es doch vielleicht nur seine Art „Hallo" zu sagen und mal ganz ehrlich: Was ist schon ein bißchen Urinstein an der Fassade des türkischen Pavillons?
Als hätten da andere EXPO – Freaks nicht auch schon das eine oder andere Wässerchen im Freien des Geländes gelassen und mal abgesehen davon hat seine Hoheit nicht mal den türkischen Pavillon getroffen, sondern anscheinend bewußt, als Zeichen seiner Achtung vor dem türkischen Volk, daneben gezielt.

Den Anruf bei der netten Tante von der Bildzeitung hätte sich der Blaublütige allerdings wirklich schenken können, denn daß die als Frau keinen Sack und er kein Mercy mehr hat liegt wohl auf der Hand. Mercy, was im englischen soviel wie Gnade bedeutet, hatte er doch eigentlich noch nie und dafür lieben ihn doch auch seine Fans, sowie die von ihm geehelichte Fürstentochter von Monaco.

Mehr und mehr mutiert Ernst August durch eine Kette von sagen wir mal „unglücklichen" Entgleisungen zur Kultfigur, aber warum in Gottes Namen versucht er nun dieses hart erarbeitete Ansehen, für das sich ein Zlatko eine halbe Ewigkeit in einen Container sperren ließ, durch eine ganzseitige Anzeige für schlappe 58.713,60 Mark + Mehrpinkelsteuer zu zerstören? Möchte er denn für seine Fans gar nicht der sein, der er eigentlich ist?

Merkwürdig für jemanden der jegliches Mercy verloren hat und eigentlich nur ein weiteres Zeichen dafür, daß Hochwohlgepinkelt eigentlich gar nicht so ist, wie ihn die meisten seiner Fürsprecher sehen.
Hat man uns da etwa wieder nur ein von den Medien manipuliertes Bild eines Volkshelden vorgesetzt und ist Ernst August letzten Endes genau so ein Warmduscher wie die anderen Adeligen dieser Welt?

Ich sage nein und plädiere sogar dafür, daß man diesem Mann endlich eine eigene Fernsehshow widmet. Dort könnte er dann nach gut Dünken seine Showgäste verprügeln, urinieren was das Zeug hält oder einfach nur ein paar Kostproben seiner vor Charme sprühenden Verbalerotik zum besten geben.
Als denkbare Gäste für die erste Reihe der „großen Ernst August Show" kämen neben dem gestreckten Kameramann, dem gewatschten Hotelier und dem türkischen Konsul vielleicht auch sein Bruder Heinrich in Frage, denn der ist auch noch so dreist ein Buch auf dem Markt zu werfen, was mit Stimmen zur Watschenaffäre mit dem Hotelier auf der kenianischen Urlaubsinsel gefüllt ist.
Sogar das Blut der Familie, was zwar dicker als Wasser, nicht aber als Urin oder Faustschläge ist, fällt dem sonst so fidelen Welfenprinzen in den Nacken und da muß man sich doch allen Ernstes fragen:

„Was hat dieser sympathische Mann mit der zugegeben etwas rauhen Art eigentlich der Welt getan?"

Vielleicht werfen ihm andere all diese Felsbrocken aus der menschlichen Eigenart Neid entgegen, denn wenn man unseren liebenswerten Chaoten mit z.B. den Royals vergleicht, so fällt einem doch direkt auf, daß Ernst August im Gegensatz zu den Vetretern des englischen Adels wenigstens noch richtige Eier in der Hose hat und mit seiner Art wohl weltweit seines Gleichen sucht unter den Blaublütigen.

Also lasst den armen Kerl doch einfach gewähren oder besser noch pinkeln, denn schließlich sind Adelige seit den Zeiten der Weimarer Republik doch auch nur Menschen aus Fleisch und Blut, oder?

Und nun noch der Vollständigkeit halber das wirlich goldige Telefonat mit der frigiden Tante von "Bild", jenem bedeutenden deutschen Blatt, welches ja bekanntlich immer zuerst mit der Frikadelle spricht:

Berger: Reden Sie mit allen Menschen so, Königliche Hoheit?

Prinz Ernst August: Nein. Nur mit Arschlöchern wie Journalisten... Sie kennen mich ja. Sie wissen, was Ihre Scheißzeitung macht. Und wenn Sie Ihre Zeitung verkaufen wollen, dann machen Sie das nicht auf meine Kosten.

(...)

Schneiden Sie mit. Schreiben Sie morgen in der Zeitung: Der Prinz von Hannover ist wütend, weil die "Bild"-Zeitung wieder mal Scheiße macht. Ja? Scheiße.

Berger: Wir berichten über die Ereignisse, wir machen ja keine Ereignisse.

Prinz Ernst August: Es gab keine Ereignisse. Wenn Sie sagen und ich lese in den Zeitungen, das wird mir zugeschickt aus der ganzen Welt, ich würde einen Rassenhass kreieren in Deutschland wegen Türken und Deutschen, ja? Wissen Sie, was Sie kriegen... Keep your A... together. Sie werden seitlich gef...

(...)

Berger: Schämen Sie sich gar nicht vor Ihrer Frau, von solchen Ausdrücken Gebrauch zu machen?

Prinz Ernst August: Meine Frau... würde noch dreckigere Ausdrücke gebrauchen wie Sie oder ich.

(...)

Ich sage noch mal ganz in Ruhe, V..., das können Sie schreiben, und in meinen Kreisen ist das ein Wort, V..., wissen Sie was das ist, das ist neben dem Ar..., ja. Ein Stück Dreck..."

Naja, also ganz so fein war das damals zwar nicht vom Ernst, aber dennoch sehr aussagekräftig, welch ein Mann. Hoffen wir auf weitere Kapriolen des berühmtesten Pinklers des letzten Jahrzehnts und auf die nächste EXPO...........aber bitte nicht wieder in Hannover!


ZURÜCK



 
 
about | stories | specials | interactive | links | buddies